autism

„Wenn das Licht schnell zu hell ist“

AutiSport: die neue Sportsaktivität der Fondation Autisme Luxembourg

Die Fondation Autisme Luxembourg (FAL) setzt sich für die Rechte von Personen mit einer Autismus-Spektrum-Störung (ASS) ein und steht den betroffenen Familien in jeden Lebensbereichen zur Seite. Im September diesen Jahres hat sie ihr neues Projekt „AutiSport“ gestartet.

Sportliche Aktivitäten sind in vielerlei Hinsichten sehr wertvoll. Sie steigern das körperliche Wohlbefinden, sind von großem Nutzen für die Sensomotorik und fördern die sozialen Interaktionen. Aus diesem Grund haben wir AutiSport ins Leben gerufen, das sich an Personen mit ASS und dem Asperger Syndrom jeden Alters richtet.

AutiSport bietet eine Auswahl strukturierter Sportaktivitäten, die an die spezifischen Bedürfnisse, Fähigkeiten und Wünsche jeden Teilnehmers angepasst sind. AutiSport bietet die Möglichkeit, Spaß zu haben, regelmäßig Sport zu treiben, neue Bekanntschaften zu schließen und neue Fähigkeiten zu erlernen, indem man die verschiedensten Sportarten kennenlernt.

Besonders weil Personen mit Autismus häufig Schwierigkeiten bei sozialen Interaktionen haben, ist es ihnen oft nicht möglich, sich in einem Sportsverein anzumelden. Es fällt ihnen schwer, mit anderen zu kommunizieren und eine richtige Verbindung zur Außenwelt aufzubauen. Aus diesem Grund ist es uns ein Anliegen, ihnen den Sport zu ermöglich, der genau auf ihre Bedürfnisse angepasst ist.

Wie uns Catherine Fouss, die Koordinatorin des Projektes, erklärt hat, stehen die Sportstunden unter dem Motto „Multi-Sport“: „Wir haben uns dazu entschieden, dass wir uns nicht auf eine Sportart beschränken, sondern immer wieder neue Sportarten ausprobieren, damit auch sicher für Jeden etwas dabei ist.“ Das Kennenlernen von unterschiedlichen Ballsportarten, das Überwinden eines Hindernisparcours sowie Übungen zur Förderung des Gleichgewichtes und der Geschicklichkeit sind nur einige Beispiele der vielen Aktivitäten, die vorgeschlagen werden.

Damit keine Unter- aber auch keine Überforderung entsteht, wird der Sport an das sportliche Niveau der einzelnen Teilnehmer angepasst. So sollen auf eine spielerische, amüsante Art und Weise die verschiedensten Sportarten kennengelernt werden. „Wichtig ist, dass weder Druck noch Angst in den Teilnehmern ausgelöst wird“, so Catherine.

Um auf die individuellen Wünsche der Teilnehmer eingehen zu können, werden die einzelnen Sportstunden für Personen mit dem Asperger Syndrom mit ihnen gemeinsam geplant. So können die Teilnehmer selbst mit entscheiden, wie die Stunde strukturiert sein wird und wissen bereits im Voraus ganz genau, was auf sie zukommen wird. Dies ist für ihre Orientierung von immenser Bedeutung.

Wichtig zu erwähnen ist, dass, um bei AutiSport mitmachen zu können, keine sportlichen Konditionen erfüllt sein müssen.

Mustapha Haddar, der sportliche Leiter des Projektes, unterstreicht das Ziel des Projektes: „Es ist wichtig, daran zu denken, dass während der Sportstunden der Spaß im Vordergrund stehen muss. Zudem denke ich, dass wir mit AutiSport die Autonomie von Personen mit ASS fördern können. Ich wünsche mir, dass das Projekt in Zukunft weiter wachsen und die Menschen das ganze Jahr über begleiten wird, um ihnen die größtmögliche Freude zu bereiten.“

Die Sportstunden finden jeden Montag, abgesehen innerhalb der Schulferien, in der Sportshalle in Bridel (9, rue François-Christian Gerden, L-8132 Bridel) statt. Die Teilnehmer werden in 3 verschiedene Altersgruppen aufgeteilt.

Die Erzieher der Stiftung, die für AutiSport eingeteilt wurden, sind für den Aufbau und die Organisation der Stunden zuständig und werden von Studenten, Auszubildenen oder freiwilligen Helfern unterstützt.

Für viele Eltern bedeutet das Projekt die erste Möglichkeit, um ihrem Kind einen passenden Sport bieten zu können: „Vor AutiSport war es unserem Sohn nie möglich, sich in einem Sportsverein anzumelden. Ich bin der Überzeugung, dass es für ihn sehr wichtig ist, Sport machen zu dürfen, ohne für seine Leistung benotet zu werden. Bei AutiSport wird er von Personen begleitet, die Autismus wirklich verstehen, und das sehe ich als eine große Chance für ihn.“

Auch unseren erwachsenen Teilnehmern mit Asperger Syndrom schienen die ersten AutiSport-Stunden gefallen zu haben: „Innerhalb dieser Sportstunden lernt man Personen kennen, die die selben Sorgen im Alltag mit sich tragen, die neurotypische Personen (Personen ohne Autismus) vielleicht nicht nachvollziehen können, wie beispielsweise dass das Licht sehr schnell zu hell ist. Über diesen Weg können wir gemeinsam unsere sozialen sowie motorischen Fähigkeiten verbessern, über die wir uns bis dato vielleicht noch nicht bewusst waren.“, schwärmt Teilnehmer Joel, der von der ersten Stunde an dabei war.

Wir haben noch freie Plätze für alle drei Alterskategorien. Bitte zögern Sie nicht, sich uns anzuschließen. Die aktuellen sanitären Maßnahmen werden während der Sportstunden übernommen, um einen reibungslosen Ablauf der Aktivitäten zu gewährleisten. Für weitere Informationen oder bei Fragen zur Anmeldung senden Sie uns bitte eine Mail an loisirs@fal.lu.

 

  • „Wenn das Licht schnell zu hell ist“
  • „Wenn das Licht schnell zu hell ist“